2021 Kunstkolumne @ Das Querformat Magazin

Das Querformat leitet eine neuen Abschnitt in der queeren österreichischen Medienlandschaft ein. Unser engagiertes Team produziert alle zwei Monate ein Printmagazin mit einer Auflage von 2500 Stück, die wir direkt zu euch nach Hause senden. Wir laden dich ein, dass du dir gemeinsam mit uns ein Bild von einer Welt voller Diversität machst. Und deine Meinung zählt!

(Ruperta M. Steinwender | Chefredaktion)

Bernhard Fleischanderl verfasst die Kunstkolumne im neuen Das Querformat Magazin. In der ersten Ausgabe präsent: Barbara Ambrusch-Rapp

Das Querformat Magazin - Kunstkolumne

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Querformat Magazin Ausgabe 1 2021
Kunstkolumne
Visualisierung gesellschaftlicher Problemzonen
Die interdisziplinär tätige Künstlerin und Kulturarbeiterin Barbara Ambrusch-Rapp lebt mit ihrer Familie im Zentralraum von Kärnten. Neben ihrer freischaffenden Arbeit in den Bereichen bildende Kunst, Performance, Theater und Fashion-Art ist sie auch als Kuratorin bei Kulturprojekten und in Kunstvereinen beschäftigt. Außerdem leitet sie Kreativworkshops an Bildungseinrichtungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Im Fokus der 48-jährigen Aktivistin stehen vor allem so genannte Randthemen unserer Gesellschaft. Hetero/-Sexismus, Herkunft, Mehrsprachigkeit, Xenophobie – grundsätzlich der Umgang mit Minderheiten und geschlechterdiskriminierenden Strukturen. Diese ziehen sich wie ein roter Faden durch ihr Werk: „Mein grundsätzliches Anliegen ist der Fokus auf die Menschenwürde und alle Aspekte, die sich im Alltag daraus ableiten lassen.“ Angetrieben von der Reibung an sexistischer Werbung in den Medien, entwickelte sich vor rund fünfzehn Jahren ihre spezielle figurative Bildsprache; ursprünglich angedacht als autonome „Rückeroberung“ des oft abstrusen Einsatzes von Körperteilen in den Marketingabteilungen. Ambrusch-Rapp nahm allerdings in ihrem bewusst plakativen und zuweilen sarkastischen Spiel etwa mit Brüsten, Lippen und Popos zunehmend die Bandbreite derselben wahr, die Möglichkeit der Visualisierung unterschiedlichster Stimmungen, Machtverhältnisse und Zustände. Dieses Werkzeug setzte sie auch in der Arbeit geschlechterDialog fehlinterpretiert aus dem Jahr 2012 ein. Die von ihr wahrgenommenen Fronten im Für und Wider des Gender-Mainstreamings hat sie damals stark beschäftigt. Im Besonderen die in bis zum offenen Hass ausartende Aufgeregtheit, Beschimpfungen in starker Verkürzung mangelhaft recherchierter Informationen und Verunsicherung in einem Klima fehlender Empathie.
Bernhard Fleischanderl ist seit über zwei Jahrzehnten Kunstsammler und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Förderung von bildender Kunst. Sein Unternehmen Artosphäre unterstützt talentierte KünstlerInnen bei der Vermarktung. Für das Querformat verfasst er die Kunstkolumne.