2016 Zeitgenössische Krippenbiennale in Kärnten

KrippenschildPreisverleihung zur zeitkritischen Weihnacht im Kuhstall | Galerie Muh am Aichberg | 3. Dezember 2016

Zum mittlerweile sechsten Mal lud Ferdinand Kreuzer zu einer bemerkenswerten Krippenbiennale in seinen ehemaligen Kuhstall am Aichberg, den er seit etlichen Jahren mit gesellschaftskritischer Kunst bespielt. Zahlreiche Kunstschaffende hatte der holzschnitzende Bergbauer mit unkonventionellen Zugängen zum aktuellen Geschehen bereits zu Gast. Mittlerweile zu einem Fixpunkt in der Kärntner Kunstszene gewachsen, zeigt seine „Galerie Muh“ auch heuer wieder Weihnachtskrippen der besonderen Art: Das Weihnachtsgeschehen der Gegenwart in kultur- und gesellschaftskritischer Form von Kärntner Künstlerinnen und Künstlern, dargestellt als anrührende, herausfordernde, gewohnte Sichtweisen hinterfragende Denkanstöße.

Kunstmanagerin Ulli Sturm und Museumsdirektor Heimo Schinnerl jurierten fachkompetent die eingereichten „Krippen“. Der erste Platz ging an Barbara Ambrusch-Rapp mit ihrem freistehenden Türobjekt inklusive Türschild. Unter dem Titel „Fürchtet euch nicht!“ stellt die Kärntner Künstlerin sehr prägnant eine täglich zu treffende Entscheidung in den Raum: Lasse ich es zu, dass neben dem Gewohnten auch das Unbekannte in seiner Vielfalt an mich herankommt? Oder verbarrikadiere ich mich, bleibe eingeschlossen und ausgeschlossen zugleich? Das faymannsche „Türl mit Seitenteilen“ hat sie nebenbei auch gleich seiner Seitenteile beraubt. Der zweitplatzierte Klaus Zlattinger stellt eine außergewöhnliche Engelbegegnung in den Fokus seiner Fotoarbeit. Detlef Löfflers drittplatzierte Trilogie „I pray in silence“ regt zur Lösung von eingefahrenen Strukturen der Glaubensrituale an. Anerkennungspreise erhielten Mario Oberhofer mit seiner Installation „Geiz ist geil“ und einem für Coca Cola werbenden Santa Claus sowie Jakob Pagitz für seine mehrteilige „KrippeninSTALLation“.

Weitere sehenswerte Interpretationen von Marcel Ambrusch, Karl Steinwender, Heinrich Untergantschnig und Eva Wassertheurer erzählen von Nestern als Dornengestrüpp, Superman, allerlei Firlefanz und dem Sohn von Josef und Maria. Noch bis 8. Jänner 2017 ist die VI. Krippenbiennale in der Galerie Muh am Aichberg 39 bei Wolfsberg zu sehen. An den Wochenenden sowie feiertags von 14 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung (Tel. 04352 81343) freut sich Ferdinand Kreuzer auf interessierte Gäste.

fürchtet euch nicht

VI. Krippenbiennale 2016 in Wolfsberg
Preisverleihung am Sa 03.12.2016 um 14 Uhr
Ausstellung bis So 08.01.2017 18:00
Galerie Muh am Aichberg | 9431 Aichberg 39 (Wolfsberg)

(Abbildung: Krippeninstallation Barbara Ambrusch-Rapp)